Die KJF-Editon präsentiert Kinder- und Jugendfilme auf DVD und Video. Es sind überwiegend Spielfilme (Kino- und Fernsehproduktionen) für Kinder und Jugendliche, die auf nationalen und internationalen Festivals mit Preisen oder Auszeichnungen bedacht wurden oder wegen ihres thematischen Schwerpunktes von besonderer Bedeutung sind.
Erwachsen werden
Evil, Schweden, 2003
Filmballaden für Kinder, Bundesrepublik Deutschland, 1979/ 80
Flussfahrt mit Huhn, Bundesrepublik Deutschland, 1983
Geh und lebe, Frankreich/ Israel, 2005
Härtetest, Deutschland, 1997
Kahlschlag, Deutschland, 1993
Karakum, Deutschland/ Turkmenistan, 1993
Küken für Kairo, Bundesrepublik Deutschland, 1985
Liebe, Leid und Leidenschaft - Kurzfilm-DVD, Deutschland, 2007-2009
Lost Children, Deutschland, 2005
Mendel, Norwegen/ Dänemark/ Deutschland , 1996
Raus aus der Haut, Deutschland, 1997
Der Sommer des Falken, Bundesrepublik Deutschland, 1987/ 88
Swetlana, Deutschland , 1999

Kahlschlag
Deutschland, 1993Regie:
Hanno BrühlDrehbuch:
Dieter BongartzKamera:
Reinhard GossmannMusik:
Piet KlockeDarsteller:
Björn Jung, Natascha Bonnermann, Willi Herren, Miriam Rosenstiel, Roman RienProduktion:
WDR, ARTE BJF-Empfehlung:
ab 14 Jahren, KJF-Empfehlung:
ab 14 Jahren, FSK: ab 12
Stichworte:
Ausländische Mitbürger, Gewalt, Jugendkriminalität, Rassismus, Rechtsextremismus, JugendLänge:
105 Minuten,
Spielfilm FarbeRobin hat den Kahlschlag gemacht: Sein Kopf ist geschoren, die Jeans hat er gegen die Uniform der Skins eingetauscht. Anfangs will der 16-Jährige nur provozieren: Lehrer und Mitschüler, seine geschiedene Mutter, mit der er sich nur noch streitet, den karriereorientierten Vater, den er selten sieht. Als Robin von einer Gruppe junger Türken überfallen wird, ist das Maß voll. Er haut von zuhause ab und schließt sich neuen Freunden aus der rechten Szene an. Der 40-jährige Anführer der Nazitruppe nimmt den neuen Mitstreiter väterlich auf, die Skinfrau Mascha findet ebenfalls Gefallen an Robin. In der Gruppe fühlt sich Robin stark, wenn er mit den Kumpels Passanten auf der Straße oder im Bus erschreckt, Wände beschmiert und türkische Mitschüler bedroht. Bei einem Überfall auf ein Jugendzentrum wird ein kleines türkisches Mädchen verletzt, das ihn an seine Schwester Marie erinnert. Langsam wird Robin klar, auf was er sich eingelassen hat. Er versucht den Absprung, doch seine 'Kameraden' lassen Abtrünnige und 'Verräter' nicht einfach gehen ...
Pressezitate:"Skinheads werden in dieser Geschichte nicht als monströse Einzelgänger abgeurteilt, sondern als Kinder unserer Gesellschaft dargestellt. Der nur mit Laiendarstellern besetzte Film verzichtet auf Schwarzweiß-Malerei, ohne den Rechtsradikalismus zu verharmlosen. Dass Robin nicht nur Täter ist, sondern auch Opfer rechter Gewalt wird, verstärkt das Entsetzen."
(Stern-TV)
"Dass die Rückkehr aus dem neonazistischen Sumpf nicht leicht ist, zeigt der Film mit beklemmender Konsequenz ... Durch profunde Recherchen gestützt, wird KAHLSCHLAG zu einer aktuellen Studie über das systematisch ausgelegte Netz von Abhängigkeiten, das labile Charaktere wie Robin in die Fänge rechter Brandstifter geraten lässt."
(FAZ, 9.10.93)
"Hanno Brühl zeigte mit seinem sozialkritischen, aber nicht moralisierenden Film die Konflikte auf, in die ein Mensch gerät, der zwar Nestwärme und Stärke der Gruppe sucht, den eigenen Kopf aber nicht bei Eintritt in die Organisation ablöst.”
(Berliner Morgenpost, 11.10.93)
"KAHLSCHLAG zeigt den Ausbruch eines Jugendlichen und seine Flucht in die rechte Gewalt von ‘innen’ heraus, aus der Perspektive des 16-jährigen Robin, der mit sich und seiner Umwelt nicht klarkommt. (...) Erzählt wird eine realistische Geschichte, in der Skinheads nicht als Monster abgetan werden, sondern als ‘Kinder unserer Gesellschaft’ auftreten - und das nicht als Entschuldigung."
(Kinder- und Jugendfilm-Korrespondenz 2/94)
"Unmissverständlich stellt Bongartz bei allem Bemühen um Verständnis die Gefährlichkeit von Robins Krise dar. Mit feinem Differenzierungsvermögen gelingen seinem Film (...) aufschlussreiche Einblicke in ein tristes Milieu." (Agnieszka Lessmann, Ein ganz normaler Jugendlicher, in: Süddeutsche Zeitung 9./10.10.93)
"Sensibel und einfühlsam zeigt der Regisseur Hanno Brühl Hintergründe und Motive von Jugendlichen auf, die sich der Skinszene anschließen. Vor allem durch das Spiel der jugendlichen Laiendarsteller gewinnt der Film Authentizität und setzt sich positiv von der häufig reißerischen Medienberichterstattung über Skins ab."
(Horst Schäfer/Dieter Baacke, in: Leben wie im Kino. Jugendkulturen und Film, Fischer Cinema)