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Filme für Kinder und Jugendliche
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Long Walk Home

Filmfoto: Long Walk Home

Jigalong, Westaustralien, 1931. Molly, Daisy und Gracie sind Kinder von Aborigines-Frauen und weißen Männern. Sie leben mit ihren Müttern in der Nähe eines ehemaligen Depots, das Männer wie ihre Väter errichteten, um einen Rabbit Proof Fence zu bauen. Der hasensichere Zaun soll die Felder der Bauern im Osten von der Hasenplage im Westen schützen. Die Arbeiter sind längst weitergezogen. Weil sie "Mischlinge" sind, hat die Regierung das Recht, solche Kinder von ihren Müttern zu trennen und in gefängnisartigen Erziehungslager zu englisch sprechenden Hausangestellten und Arbeitern für die weiße Gesellschaft zu erziehen. Mr. Neville, der zuständige Aborigines-Abgeordnete, lässt sie ins weit entfernte Moore River bringen...

Molly realisiert schnell, dass dieser Ort nichts für sie ist und überzeugt die andern mit ihr zu fliehen und zurück zu ihren Müttern zu gehen. Es ist der Start einen beschwerlichen Reise für die Drei. Sie werden von Spurenlesern und Polizisten verfolgt, müssen Essen und Trinken besorgen, wo es ebendies nicht zu geben scheint und laufen über steinige Pfade und trockene Wüsten. Mit Hilfe des Rabbit Proof Fence, dem sie auf ihrer Flucht folgen, wissen sie wo ihr zu Hause liegt und dank Mollys Geschick, können sie ihre Verfolger immer wieder abhängen. Aber 2'000 Kilometer sind ein langer Weg nach Hause.

Die Geschichte der drei Mädchen ist eine wahre Geschichte und basiert auf dem Buch von Doris Garimara, der Tochter der echten Molly Craig. Philip Noyce, ein australischer Regisseur, der schon mit 17 Jahren seinen ersten Film drehte und sich mittlerweile mit Filmen wie Clear and Present Danger, Patriot Games und The Bone Collector in Hollywood etabliert hat, erzählt sie gekonnt. Im Mittelpunkt steht der Wunsch der Mädchen ihre Mütter wieder zu sehen und wie dieser Wunsch ihnen die Kraft gibt, diesen langen, mühevollen Weg hinter sich zu bringen. Die nur 11jährige Hauptdarstellerin Everlyn Sampi überzeugt dabei voll und ganz. Und Kenneth Branagh, der den Aborignes Abgeordneten spielt, welcher die drei Mädchen um jeden Preis finden will, ist wie immer sehenswert. Interessant dabei ist, dass Mr. Neville nicht als allein verantwortlicher Übeltäter dargestellt wird, sondern als verblendeter, pflichtbewusster Beamter, der ehrlich davon überzeugt ist, dass er den Aborigines hilft.

Rabbit-Proof Fence schneidet ein düsteres Kapitel der australischen Rassenpolitik an, von dem nicht viel gesprochen wird. Schwer zu glauben, dass diese Politik bis ins Jahr 1971 verfolgt wurde. Wer sich diesen Film anschaut sollte nicht vergessen, dass auch heute noch Tausende von Kindern von ihren Eltern getrennt werden und als Arbeiter und Prostituierte körperlich und geistig ausgebeutet werden.


Long Walk Home
Rabbit-Proof Fence
Australien, 2002
Spielfilm, 94 Minuten, Farbe

Regie: Phillip Noyce
Drehbuch: Christine Olsen, nach dem Buch von Doris Pilkington Garimara
Kamera: Christopher Doyle, Brad Shield
Schnitt: Veronika Jenet, John Scott
Musik: Peter Gabriel
Besetzung: Everlyn Sampi, Tianna Sansbury, Laura Monaghan, David Gulpilil, Ningali Lawford, Myarn Lawford u.a.
Produktion: Rumbalara, Olsen-Levy, Hanway, Australien Film Finance Corporation, Screen West, Showtime

BJF-Empfehlung: ab 12 Jahren
FSK: ab 6 freigegeben
Stichworte: Armut, Familie, Literaturverfilmung
Sprache: Deutsch


FSK: ab 6 freigegeben

Pressezitate:
"Die Landschaftsaufnahmen sind grandios. Die geduldige Montage, die langen wortlosen Strecken, die kongeniale musikalische Untermalung durch Peter Gabriel, die nahezu magische Ausstrahlung der drei Mädchen, das alles verleiht dem Film eine ungeheuer poetische Kraft."
(Stefan Volk , film-dienst 11/2003)


Entleihen für nichtgewerbliche öffentliche Vorführung (75,- / 40,- € erster Tag ...)

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