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Alles auf die 17

Deutschland, 1998
Regie: Kai Christiansen
Drehbuch: Kai Christiansen
Kamera: Andreas Zickgraf
Musik: Andreas Hirschmann, Stefan Schneider-Reuter
Darsteller: Oliver Bröcker, Anna von Berg, Christian Lehmann-Carrasco, Katharina Schüttler u. a.
Produktion: CAMEO, Film- und Fernsehproduktion Köln, in Koproduktion mit dem ZDF, Kleines Fernsehspiel
KJF-Empfehlung: ab 12 Jahren, FSK: ab 6
Länge: 55 Minuten, Spielfilm Farbe

Svea und Poller lieben sich - und sie haben beide einen Job, was fast schon ein Wunder ist in Rendsburg, dem kleinen Ort in Norddeutschland. Poller will später einmal mit Svea nach Tahiti auswandern, doch vorläufig können sie sich immerhin den lang gehegten Traum von einer gemeinsamen Wohnung erfüllen. Kaum eingezogen, kommt es jedoch zur Katastrophe. Sveas Supermarkt reduziert die Arbeitsplätze und Pollers Butterdampfer soll von einem neuen Kapitän gefahren werden, der seine eigene Mannschaft mitbringt. Plötzlich stehen beide auf der Straße. Um ihren Lebenstraum nicht zu gefährden, will keiner dem anderen die neue Situation eingestehen. So verlassen sie weiterhin in aller Frühe das Haus, um zur Arbeit zu gehen. Tagsüber schlagen sie die Zeit tot und versuchen vergeblich, an Jobs und Geld zu kommen. Dabei verstricken sie sich in ein Geflecht aus Lügen und Halbwahrheiten und entfernen sich immer mehr voneinander. Als sich beide um denselben Job in einem Pizzaservice bewerben, stürzt das Lügengebäude ein. Sie trennen sich im Streit. Und doch haben sie noch eine Chance ...

Lakonisch und mit einem besonderen Gespür für Alltagssituationen erzählt Regisseur Kai Christiansen, der bei Jürgen Flimm in Hamburg Regie studierte, die tragisch-komische Geschichte zweier Liebender, von ihren großen Träumen und kleinen Hoffnungen. Eine Hommage an die Poesie des Augenblicks.

Pressezitate:
"Unter den vielen Variationen des unverwüstlichen Genres ‘Liebesfilm’ gehört dieser Film zu den erfrischenden: Sehr schön geerdet in der Atmosphäre Norddeutschlands und im Milieu des jungen Liebespaares. Endlich mal nicht die schicke Discojugend, die nur mit Lifestyle beschäftigt ist. Endlich ein bisschen Konkretion von Alltagsleben und trotzdem keine beflissene Sozialstudie arbeitsloser Jugendlicher. In seinem lakonischen Stil erinnert der Film ein wenig an den frühen, noch unverbrauchten Detlev Buck. Aber Vergleiche hat Kai Christiansen nicht nötig. Dass er Talent, Gespür für Komik und eine eigene Handschrift hat, beweist er mit diesem unverkrampften Film.”
(Sybille Simon-Zülch, Süddeutsche Zeitung)

 

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