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Filme für Kinder und Jugendliche
BJF-Clubfilmothek

Wer früher stirbt ist länger tot

Deutschland, 2005
Regie: Markus Hausham Rosenmüller
Drehbuch: Markus Hausham Rosenmüller, Christian Lerch
Kamera: Stefan Biebl
Schnitt: Susanne Hartmann
Musik: Gerd Baumann
Darsteller*innen: Markus Krojer, Fritz Karl, Jule Ronstedt, Jürgen Tonkel, Saskia Vester, Franz Xaver Brückner u.a.
Produktion: Roxy Film-Produktion
BJF-Empfehlung: ab 12 Jahren, FSK: ab 6 freigegeben (wertvoll)
Länge: 105 Minuten
Spielfilm, Farbe


In einem kleinen Dorf lebt der „Kandlerwirt“ Lorenz mit seinen beiden jungen Söhnen Franz und Sebastian. Den Gasthof betreibt er seit dem Tod seiner Frau nun schon jahrelang allein, und so mehren sich die Stimmen, dass es langsam an der Zeit wäre für eine neue Frau im Haus.

Als der 11 – jährige Sebastian zufällig erfährt, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Sebastian, der ein für sein Alter beeindruckendes Sündenregister vorzuweisen hat, fühlt sich fortan auch schuldig am Tod seiner Mutter. Da er, wie er meint, nach seinem Tode auf jeden Fall im Fegefeuer landen wird, setzt er alles daran, sich von seinen Sünden rein zu waschen. Die Stammtischler in der Wirtschaft seines Vaters stehen ihm dabei mit freundschaftlichem Rat zur Seite. Sebastians Übereifer führt jedoch nicht zum gewünschten Erfolg: ein gesprengter Hase, ein unsittlicher Antrag an seine Lehrerin Veronika, eine beinahe zu Tode gebrachte Greisin aus der Nachbarschaft – das alles verbessert die Situation nicht gerade.

Schließlich meint Sebastian, von seiner Mutter ein Zeichen erhalten zu haben: er muss für seinen Vater eine neue Frau finden. Das findet auch der Stammtisch: „Eine mit G’schick, Grips und einem g’scheitn Arsch!“. Diese Attribute scheint die allein stehende Nachbarin Frau Kramer zu erfüllen, die Sebastian fortan allerliebst und wohlerzogen becirct und auf die Nöte seines Vaters hinweist. Lorenz allerdings reagiert eher genervt auf die bald einsetzenden Besuche der redseligen Frau Kramer - was Sebastian nämlich nicht weiß: auf unerklärliche, fast magische Weise fühlen sich Lorenz und Veronika zueinander hingezogen!

Es gibt jedoch ein letztes Hindernis: Veronika ist verheiratet, und zwar mit Alfred. Doch Sebastian, der seinen Irrtum erkannt hat, wird auch dieses kleine Problem noch in Angriff nehmen: ein weiteres Zeichen am Grab seiner Mutter macht ihm klar: Alfred muss sterben

Auszeichnungen: Bayerischer Filmpreis 2006 für den "Besten Nachwuchsfilm" und den Produzentenpreis an Roxy Film

Pressezitate:
Souverän und voller Witz inszeniert der Regisseur eine umtriebige Lausbubengeschichte, mixt fantastisch-fiktive Elemente mit Rock 'n' Roll und bajuwarischer Bodenständigkeit. Zu Recht erhielt Rosenmüller, der offensichtlich keine Scheu hat, Genre-Grenzen zu sprengen, auf dem diesjährigen Münchner Filmfest den hoch dotierten Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie Regie. "Wer früher stirbt ist länger tot" ist bestes bayerisches Volkstheater zwischen Fegefeuer und Allmachtsphantasien – authentisch, einfallsreich und herzerfrischend erzählt.
(ARD)

Turbulente Lausbubengeschichte in bayerischer Mundart, die witzig und respektlos zwischen Komödie, Schwank und Bauerntheater pendelt, die Erzählung bei alllem Schabernack aber nie auf die leichte Schulter nimmt.
(Michael Kohler, film-dienst 17/2006)

Marcus H. Rosenmüller ist die bayerische Regieentdeckung des Jahres 2006. In seinem Debütfilm „Wer früher stirbt ist länger tot“, bei dem er neben Christian Lerch auch als Co-Autor mitwirkt, erzählt er auf originelle Weise die Geschichte des elfjährigen Sebastian. Mit der Kraft und der Naivität barocken Welttheaters, dabei aber stets mit der Liebe zum bayerischen Menschenschlag, prägt Rosenmüller auf unvergleichliche Weise seinen Film. Rosenmüller schafft Räume mit ganz eigenem Zauber, lässt seine Figuren bayerisch granteln, dabei das Herz voller Liebe und Sehnsucht und immer mit den besten Absichten dem Leben zugewandt. Dass er dabei Jung und Alt so selbstverständlich vereint und so scheinbar mühelos beide voneinander lernen lässt, versetzt den Zuschauer in freudiges Staunen.
(Jury-Begründung des Bayerischen Filmpreises 2006)

 

Gefördert vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend