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Filme für Kinder und Jugendliche
BJF-Clubfilmothek

American History X

USA, 1998
Regie: Tony Kaye
Drehbuch: David McKenna
Kamera: Tony Kaye
Musik: Anne Dudley
Darsteller*innen: Edward Norton, Edward Furlong, Beverly D’Angelo, Fairuza Balk, Stacey Keach u. a.
Produktion: New Line, Turman-Morrissey
BJF-Empfehlung: ab 16 Jahren, FSK: ab 16 freigegeben (besonders wertvoll)
Länge: 118 Minuten
Spielfilm, s/w


Danny gibt in der Schule einen Aufsatz über Hitlers Buch "Mein Kampf" ab. Daraufhin fordert ihn der (farbige) Schuldirektor auf, einen neuen Aufsatz über das Leben seines älteren Bruders und Vorbildes Derek zu schreiben.
Derek saß drei Jahre im Gefängnis: wegen Mordes an drei Afroamerikanern, die sein Auto stehlen wollten. Heute wird er entlassen.
Rückblende: Dereks und Dannys Vater kam vor Jahren auf tragische Weise ums Leben. Derek macht einige Schwarze dafür verantwortlich, wendet sich voller Hass der rechten Szene zu und wird Anführer einer White-Power-Bande.
Im Gefängnis findet er eine Gruppe Gleichgesinnter, der er sich zunächst anschließt. Allerdings macht diese Gruppe Geschäfte mit farbigen Mithäftlingen. Derek wendet sich von ihnen ab. Nun, als schutzloser Einzelgänger, wird er von seinen ehemaligen Kumpels brutal vergewaltigt. Auf der Krankenstation im Gefängnis liegt Derek auf dem Bauch und denkt nach über seinen Hass, seine Gewalt und seinen Rassismus. Die einzigen, die ihm und seinem Bruder draußen noch helfen, sind Schwarze: der Direktor aus Dannys Schule und ein Mithäftling, mit dem er in der Wäscherei arbeitet. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis versucht Derek, seinen Bruder Danny davor zu bewahren, den gleichen Weg zu gehen wie er. Doch Danny steckt schon viel zu tief drin in der Naziszene ...

Der von Werbefilmer Tony Kaye brillant gefilmte, aber von Hauptdarsteller Edward Norton geschnittene Film verdeutlicht, dass Hass gelernt wird und daher auch wieder "verlernt" werden kann.

Auszeichnungen: “Oscar”- Nominierung in der Rubrik "bester Hauptdarsteller"

Pressezitate:
"Filme mit aufklärerischer Absicht verfallen bekanntlich oft in einen didaktischen oder larmoyanten Ton. Dieser tut es nicht. Das Regie-Debut von Tony Kaye ist so ambitioniert, so geschickt konstruiert und so gut interpretiert von den ebenfalls noch weniger bekannten Hauptdarstellern, dass man seine geringfügigen Mängel gern übersieht. Das Drama aus der amerikanischen Nazi-Szene dürfte sogar beim einen oder anderen latenten Rassisten etwas in Bewegung setzen, ohne diejenigen zu langweilen, die sich für hinreichend aufgeklärt halten.”
(Martin Glauser)

"Es gibt Filme die sind wie ein Schlag in den Magen, oder wie ein Stich in die Seele. AMERICAN HISTORY X ist solch ein Film. Niemand verlässt ihn ohne Erschütterung. Denn was sich in den knapp zwei Stunden auf der Leinwand abspielt, ist ein Drama, das von dem heimlichen Bürgerkrieg in den USA, Rassismus und dem Kreislauf der Gewalt, aber auch der Auflehnung dagegen handelt.”
(Wolfgang Hübner, AP)

"Eine harte und beeindruckende Darstellung des alltäglichen Rechtsextremismus in den USA. Ein schockierender Film über Gewalt und Fanatismus.”
(Dirk Jasper, CyberKino)

"Obwohl die herrausragende Reflexion über Gewalt und Rassismus überzeugend gespielt ist und sich abseits gängiger Kinokonventionen bewegt, kann der in seinen Absichten eindeutige Film dennoch für eine rechte Ideologie missbraucht werden.”
(film-dienst 04/1999)

"Ein starkes Gesellschaftsdrama - mitunter etwas formelhaft, aber insgesamt überzeugend.”
(TV Spielfilm 05/1999)

"Die wundersame Wandlung eines US-Nazis im Gefängnis? Äußerst seltsame These, fantastischer Film.”
(Cinema 03/1999)

"Fanatismus und Hass - schockierend real.”
(TV Movie 05/1999)

 

Gefördert vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend