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Filme für Kinder und Jugendliche
BJF-Clubfilmothek

Willkommen im Tollhaus

Originaltitel: Welcome to the Dollhouse
USA, 1995
Regie: Todd Solondz
Drehbuch: Todd Solondz
Kamera: Randy Drummond
Musik: Jill Wisoff
Darsteller*innen: Heather Matarazzo, Daria Kalinna, Matthew Faber, Angela Pietropinto, Bill Buell
Produktion: Suburban Pictures
BJF-Empfehlung: ab 12 Jahren, FSK: ab 12 freigegeben
Länge: 87 Minuten
Spielfilm, Farbe


Im Mittelpunkt dieser schwarzen Vorstadtkomödie steht die elfjährige Dawn Wiener, die mit ihrem älteren Bruder Mark und dem Nesthäkchen Missy bei den Eltern in New Jersey wohnt und die Junior High School (7. Klasse) besucht. Dort wird sie von fast allen ihren Mitschülern geschnitten, gehasst und als 'Wienerdog' verspottet, vielleicht auch, weil sie nicht gerade die Schönste ist. Auch zuhause ist sie das 'schwarze Schaf' der Familie, hat mit ihrer Pubertät Probleme und wenig Verständnis zu erwarten. Vergeblich versucht sie fröhlich und freundlich zu sein und erkennt, dass das Leben recht trostlos ist und manchmal noch trostloser werden kann, gäbe es da nicht auch Momente des Glücks ...

"Es ist keine Geschichte über das Erwachsenwerden. Ich glaube nicht, dass man in der siebten Klasse erwachsen werden kann. Der Film ist eine Komödie, weil das die einzige mir bekannte Form ist, mit entsetzlichen Qualen umzugehen; außerdem liegt meines Erachtens etwas sowohl Komisches als auch Ergreifendes in dem Versuch, Demütigungen zu ertragen ... In der Junior High School gibt es nur Leben oder Tod. Alles wird ganz besonders intensiv empfunden. Grobheit und Grausamkeit sind traumatische Erfahrungen. Nicht alle Kinder erleben diese Extreme, aber diejenigen, die es tun - Verfolger und Verfolgte - , sind vielleicht für den Rest ihres Lebens geschädigt." (Todd Solondz)

"Idee und Konzept dieser etwas anderen Mädchengeschichte sind gar nicht so schlecht. Solondz erzählt seine Geschichte vollständig aus der Perspektive seiner Hauptfigur... Das birgt zwar die Gefahr, Dawns Widersacher zu Karikaturen werden zu lassen, macht aber ihre Emotionen in dieser ausweglosen Lage überdeutlich und nachfühlbar. Und seine Hauptdarstellerin ist mehr als überzeugend in der Rolle eines jungen Mädchens, dem es scheint, als habe sich die ganze Welt gegen sie verschworen; und zum großen Teil ist es ja auch so." (Lutz Gräfe, KJK 68/ 96)

Pressezitate:
“Weder falsche Sentimentalität noch verlogene Verklärung der Jugend finden sich in diesem tragikomischen Film. Lakonisch knapp erzählt, zeichnet er seine Figuren pointiert, ohne sie der Karikatur preiszugeben. Nicht zuletzt mit Hilfe von bewusst unaufdringlicher Kameraarbeit und präzisem Schnitt gelingt es immer wieder, die Perspektive der jugendlichen Protagonistin einzunehmen.“
(Evangelische Publizistik e.V.)

"Mit verschrobenem Humor verarbeitet Regisseur Solondz seine eigenen 'Clearasil'-Jahre."
(TV-Spielfilm 21/00)

"Eine schwarze Komödie über die Qualen der Jugend mit einigen amüsanten Pointen und Dialogen. Da dem Film aber eine feinere Abstimmung fehlt, wird das Anliegen, eine Lanze für die Not von
Kindern zu brechen, eher unterlaufen."
Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)

 

Gefördert vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend