Filme für Kinder und jugendliche - BJF-Clubfilmothek - KJF-Medienvertrieb - Filme für nichtgewerbliche öffentliche Vorführungen Bundesverband Jugend und Film e.V. Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland
BJF-Clubfilmothek - Filmkatalog

 

Jahrgang 45

DDR, 1965-66/ 1990
Regie: Jürgen Böttcher
Drehbuch: Klaus Poche, Jürgen Böttcher, Dramaturgie: Christel Gräf
Kamera: Roland Gräf
Darsteller: Rolf Römer, Monika Hildebrand, Paul Eichmann, Holger Mahlich, Renate Reinecke
Produktion: DEFA-Studio für Spielfilme, Gruppe 'Roter Kreis'
KJF-Empfehlung: ab 14 Jahren
Länge: 94 Minuten, Spielfilm s/w

Ostberlin 1965, Prenzlauer Berg: Al und Lisa lieben sich und können doch nicht miteinander leben. Sie gehen auseinander und haben doch Sehnsucht nacheinander, sie verletzen sich und spüren doch ihre Liebe dabei, sie wollen nicht wie ihre Eltern leben und wissen doch nicht, wie sie leben sollen. In den Augen seiner Nachbarn gilt Al, der laute Motorräder und heiße Rhythmen liebt, als Halbstarker. Dabei ist er auf der Suche nach sich selbst, nach Freiräumen, die der eigenen Fantasie und Initiative keine Grenzen setzen, die es ermöglichen, dem spießbürgerlichen Milieu und dem vom Regime vorgezeichneten Lebensentwurf zu entkommen. Al und Lisa leben in einer Gesellschaft, die individuellen Alternativen keinen Platz einräumt. Das staatlich vorgezeichnete Leben reizt sie nicht, weil es ihnen anonym und undifferenziert erscheint. Doch ihre Rebellion bleibt ohne Ausblick auf eine Zukunft.
JAHRGANG 45 ist der erste und einzige Spielfilm des Malers und bekannten Dokumentaristen Jürgen Böttcher. Nach einem 1966 ausgesprochenen Verbot konnte der Film nicht beendet werden. Die jetzige Fassung entstand erst 1990 nach der Wende.

"JAHRGANG 45 ... ist wie ein inszenierter Cinéma-Vérité-Film, in dem Gesten und Bewegungen oft keine dramaturgische Begründung haben, ... in dem die Art sich zu bewegen aber auch eine Stilisierung bedeuten kann ... Für die Gralshüter des sozialistischen Realismus muss ein Film wie dieser besonders ärgerlich gewesen sein, weil er subversiv, trotz seiner harmlosen Geschichte, alle ästhetischen Standards des DEFA-Films untergräbt. Und die Geschichte ist natürlich auch nicht so harmlos: Hier meldet sich eine Generation, die den Staat mit seinen Vorschriften nicht mehr ernst nimmt." (Wilhelm Roth, epd Film 4/ 90)

 

Diese Filme sind leider nicht mehr bei uns im Verleih/Vertrieb.

Für die meisten Filme können wir nur zeitlich begrenzte Verleih-Lizenzen erwerben. Wichtige Filme versuchen wir aber wieder ins Programm auf zu nehmen.